Platinmetall-Emissionen aus Kfz-Abgaskatalysatoren in der Umwelt
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Manuskript |
PD Dr. Fathi Zereini (Frankfurt am Main) Trotz des unbestrittenen Nutzeffekts des Abgaskatalysators setzte bereits kurz nach seiner Einführung eine rege Diskussion über die eventuellen Auswirkungen von Platinmetall-Emissionen
auf Mensch und Umwelt ein, da von den emitierten Platinmetallen, insbesondere von Platin, gesundheitliche Folgen befürchtet wurden. Deshalb standen seit 1990, etwa vier Jahre nach
Einführung des Katalysators Untersuchungen über Platinmetall-Emissionen im Mittelpunkt unserer Forschungsarbeiten am Institut für Mineralogie der J. W. Goethe Universität
Frankfurt. Innerhalb der letzten zehn Jahre erbrachten unsere Forschungsarbeiten grundlegende Kenntnisse über Platinmetall-Emissionen in der Biosphäre, deren wichtigste Ergebnisse hier kurz
erläutert werden sollen.
Die Analyse von Bodenproben, die im Jahr 1990 entlang der Autobahn A66 Frankfurt - Wiesbaden, entnommen wurden, ergab Pt-Konzentrationen, die schon durchschnittlich um das ca. 10Fache höher
lagen als der Hintergrundwert von ca. µg/kg Platin. Damit bestand bereits im Jahr 1990, also ca. 4 Jahre nach Einführung des Drei-Wege-Katalysators, eine anormale Pt Konzentration entlang
der untersuchten Autobahn. Diese Ergebnisse lieferten erstmals in Deutschland Hinweise auf das Vorhandensein von Platinmetalle in der Umgebung von Fahrbahnen, die im Zusammenhang mit
Abgaskatalysatoren stehen.
Die Platinmetall-Konzentration im Boden entlang der untersuchten Autobahnen verläuft sprunghaft. Als Ursache kommen mehrere Faktoren in Betracht: Zum Beispiel unterschiedliche Verkehrsmengen zwischen den verschiedenen Autobahn-Anschlußstellen, klimatisch bedingte An- oder Abreicherung der emitierten Partikel (Regenwasser, Wind) sowie die Geländemorphologie (Gefälle, Steigung, Wald, Wiese). Auch das Fahrverhalten könnte eine Rolle spielen, da Bodenproben aus dem Bereich von Beschleunigungsspuren (Autobahn-Auffahrten) relativ hohe Konzentrationen aufweisen. Offensichtlich emitiert der Katalysator bei Beschleunigung und der damit verbundenen Belastung durch steigende Temperatur, höheren Gasfluß und mechanische Belastung auch relativ erhöhte Mengen an Platin. Darüber hinaus lassen unsere Meßergebnisse von Staubproben aus mehreren Parkhäusern im Stadtgebiet Frankfurt darauf schließen, dass Abgaskatalysatoren auch bei Schrittempo und minimaler Motorleistung emittieren. Fahrzeuge mit Drei-Wege-Katalysator emittieren pro Katalysator im Durchschnitt ca. 270 ng /km Platin. Dieser Wert wurde aus Bodenkonzentrationen und Verkehrszahlen errechnet. Berücksichtigt man die Konzentrationen von Platin in den anderen Umweltkompartimenten wie z.B. Straßenstaub und Luftstaub, so ist anzunehmen, dass die Emissionsrate noch weit höher liegt als der errechnet Wert. Die höchste Konzentration im Boden tritt immer direkt am Autobahnrand unter der Distanzschutzplanke auf und nimmt mit zunehmendem Abstand vom Autobahnrand ab. Etwa 90 % lagert sich auf den
ersten 4 m neben der Fahrbahn im Boden ab und nach 10 m Entfernung ist die Konzentration im Boden so gering, dass sie nicht mehr vom Wert für unbelastete Böden abweicht. Ferner wurde
festgestellt, dass in den Bodenproben eine signifikante Korrelation zwischen Platin und Rhodium besteht. In der Mehrheit der Proben liegt ein Platin/Rhodium-Verhältnis von ca. 5 zu 1, was dem
Verhältnis beider Elemente im Drei-Wege-Katalysator gleichkommt.
Zereini, F. & Alt. F. (1999) (Fels): Emissionen von Platinmetallen - Analytik, Umwelt- und Gesundheitsrelevanz, Springer Verlag, Berlin, Heidelberg, 1-327.
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