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Untersuchung von Regenwasser
Dr. Harald Rahm, Staatliches Umweltamt Herten, Gartenstraße 27,
45699 Herten Tel. 02366/807-405, Fax-499, e-mail: harald.rahm@stua-he.nrw.de
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Regen ist uns allen vertraut - wer wurde nicht schon einmal von einem Schauer
überrascht. Trotz der unangenehmen Aspekte eines verregneten Sommers
haben die klimatischen Gegebenheiten unserer Breiten in nicht unerheblichem
Maße zu unserem Wohlstand beigetragen. Auf Grund der zunehmenden Belastung
von Grund- und Oberflächenwasser durch einen steigenden Bedarf an Trinkwasser
und wegen negativer anthropogener Einflüsse auf die Gewässer ist
die Ressource Regenwasser neu ins Blickfeld geraten. Obwohl Hygieniker noch
im letzten Jahrzehnt deutlich vor einer breiten Verwendung von Regenwasser
für den menschlichen Gebrauch gewarnt haben, brechen sich derzeit Konzepte
für die Nutzung von Regenwasser als Brauchwasser in Haushalt und Garten
ihre politische, rechtliche und ökonomische Bahn. Ebenso wird in Ballungsgebieten
die Entsiegelung von Flächen und die Versickerung von Regenwasser gezielt
gefördert [l].
Im Gegensatz zu Oberflächen-, Grund- und Trinkwasser, welches durch
amtliche Stellen und Wasserversorgungsuntemehmen einer strengen Qualitätskontrolle
unterliegt, beschränkt sich die flächendeckende Untersuchung des
Regenwassers in den meisten Fällen auf eine Mengenmessung. Analysen
der Inhaltsstoffe von Regenwasser finden sich oft nur als untergeordnete
Kapitel in Studien zu Fragestellungen wie z. B der Auswirkung des sauren
Regens auf Seen, Böden und Wälder. Da auch das Staatliche Umweltamt
(StUA) Herten über ein Messnetz von Regenwassersammlem im Dienstbezirk
verfügt, die monatlich entleert werden, bot sich die im Folgenden beschriebene
Aufgabenstellung für die Schüler und Schülerinnen Jörg
Bömer, Denise Czirpka und Tanja Weiß als Projektarbeit im Rahmen
ihrer Fortbildung zum Technier an der Fachschule für Technik, Schwerpunkt
Chemietechnik am Berufskolleg in Marl an. Das Thema der Arbeit lautete:
Zusammensetzung von Regenwasser im Aufsichtsbezirk des StUA Herten. |
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Zunächst wurde eine Literaturre-cherche zum Thema Regenwasseruntersuchungen
durchgeführt. Anschließend erfolgte die Auswahl der zu
untersuchenden Messgrößen
- an Hand ihrer Aussagekraft für die Beurteilung der Regenwasserqualität,
- an Hand möglicher Eintragsquellen von Schadstoffen (z. B. Pb
in der Nähe von Straßen) und
- an Hand der analytischen Möglichkeiten zur Messung in Schule,
Betrieb oder StUA.
Messstellen |
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Der Niederschlag wurde an 14 ausgewählten Messstellen gesammelt,
die im gesamten Dienstbezirk des StUA Herten verteilt sind. Dieser umfasst
die Kreise Recklinghausen, Borken so wie die kreisfreien Städte Gelsenkirchen
und Bottrop. Somit ergibt sich eine Gesamtfläche von 2.384 km2 mit
einer Gesamteinwohnerzahl von 1,42 Mio Menschen. Im Dienstbezirk des StUA
Herten werden Regensammler- und Schreiber nach Hellmann eingesetzt. Die
älteren Geräte besitzen eine verzinkte Verkleidung, neuere Geräte
sind vollständig in Edelstahl/V2A ausgeführt. Für die Projektarbeit
standen die Regenwasserproben vom Februar (Probenahme am 22.02.1999),
März (Probenahme am 01.04.1999) und April (Probenahme am 30.04.1999)
zur Verfügung. Am Regensammler Herten konnten im Projektzeitraum
zwei weitere Niederschlagsproben durch die Schüler entnommen werden.
Ergebnisse und Auswertung
Die ermittelten Meßergebnisse wurden mit den Grenzwerten der Trinkwasserverordnung
[2] verglichen. Dabei fielen insbesondere die hohen
Konzentrationen von Blei und Zink im Regenwasser auf. Während die
Maximalwerte beim Zink auf die Verwendung von verzinktem Stahlblech bei
zwei Regenwassersammlem älterer Bauart zurückzuführen sind,
scheint der Bleigehalt durch anthropogene Verunreinigungen der Atmosphäre
(z. B. Straßenverkehr) verursacht zu werden. Eine Versauerung des
Regens konnte nicht im erwarteten Maß bestätigt werden. Für
eine Bewertung der Daten in ihrem regionalen Zusammenhang ist die Datengrundlage
nicht ausreichend groß.
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Trinkwasser |
Grundwasser |
Regenwasser |
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| Parameter |
Einheit |
Grenzwert nach [2] |
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Maximum |
Mittelwert |
Minimum |
| pH-Wert |
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6,5-9,5 |
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7,03 |
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5,55 |
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| Leitfähigkeit |
µS/cm |
2000 |
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134 |
|
29,8 |
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| Blei |
mg/l |
0,04 |
0,2 |
1,97 |
0,49 |
0,07 |
| Kalzium |
mg/l |
400 |
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14. Aug |
1,04 |
0,18 |
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| Kupfer |
mg/l |
r |
0,2 |
0,67 |
0,2 |
0,04 |
| Magnesium |
mg/l |
50 |
|
Mrz 43 |
0,33 |
0,09 |
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| Natrium |
mg/l |
150 |
|
8,86 |
2,14 |
0,61 |
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| Cadmium |
mg/l |
0,005 |
|
0,002 |
0.001 |
0,0001 |
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| Molybdän |
mg/l |
keine |
Angaben |
0,041 |
0,15 |
< 0,015 |
| Zink |
mg/l |
5' |
0.8 |
9,65 |
2,68 |
0,71 |
| Sulfat |
mg/l |
240 |
|
12,34 |
5,46 |
3,21 |
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| Nitrat |
mg/l |
50 |
|
16,69 |
4,21 |
2,76 |
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| Fluorid |
mg/l |
1,5 |
|
0,16 |
0,05 |
0,02 |
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| Chlorid |
mg/l |
250 |
|
10,75 |
3,37 |
1,12 |
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| TOC |
mg/l |
2 |
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9,6 |
2,85 |
1,1 |
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| Richtwerte
Eine Intensivierung der Nutzung von Regenwasser wird in Zukunft den Bedarf
an detailierter Information über die Qualität des Regenwassers
allgemein, sowie lokale und temporäre Qualitätsunterschiede
und deren Ursachen erhöhen. Diese .Projektarbeit soll ein Denkanstoß
sein, dieses Thema nicht aus dem Blick zu verlieren.
Literaturhinweis:
[l] Naturnahe Regenwasserbewirtschaftung, Broschüren
des MURL 8/98 und 3/99 [2] entnommen aus Vogel, Heigl,
Schäfer; Handbuch des Umweltschutzes
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